IEC 61131-3
Die Standardisierung der industriellen Automatisierung
Die IEC 61131-3 Norm ist ein international anerkannter Standard für die Programmierung von speicherprogrammierbaren Steuerungen (SPS). Diese Norm definiert die Programmiersprachen, Strukturen und Methoden, die in der Industrieautomatisierung verwendet werden. Sie sorgt für eine einheitliche und effiziente Entwicklung von Steuerungssystemen.
Was ist die IEC 61131-3 Norm?
Die IEC 61131-3 Norm ist Teil der Normenreihe IEC 61131, die allgemeine Anforderungen an SPS-Steuerungen festlegt. Der dritte Teil dieser Reihe konzentriert sich auf Programmiersprachen und definiert, welche Sprachen und Methoden für industrielle Steuerungssysteme genutzt werden dürfen.

Ziel der Norm
Die IEC 61131-3 Norm wurde entwickelt, um:
- Herstellerübergreifende Programmierung zu ermöglichen.
- Standardisierte Programmiersprachen für SPS zu definieren.
- Effizienz, Wartbarkeit und Wiederverwendbarkeit von Steuerungssoftware zu verbessern.
- Die Integration verschiedener Automatisierungssysteme zu erleichtern.
Programmiersprachen der IEC 61131-3 Norm
Die Norm definiert insgesamt fünf standardisierte Programmiersprachen, die für industrielle Steuerungssysteme verwendet werden können:
1. Anweisungsliste (AWL)
- Textbasierte, assemblerartige Sprache.
- Besonders geeignet für erfahrene Programmierer, die eine kompakte Schreibweise bevorzugen.
2. Kontaktplan (KOP)
- Grafische Programmiersprache, die an elektrische Schaltpläne erinnert.
- Besonders anwenderfreundlich für Elektriker und Automatisierungstechniker.
3. Funktionsplan (FUP)
- Grafische Sprache, die logische Verknüpfungen zwischen Bausteinen darstellt.
- Wird häufig für prozessnahe Steuerungen eingesetzt.
4. Strukturierter Text (ST)
- Hochsprache, die an Pascal oder C erinnert.
- Besonders geeignet für komplexe Algorithmen und Berechnungen.
5. Ablaufsprache (AS)
- Schrittkettenprogrammierung, um Abläufe in einem Zustandsdiagramm darzustellen.
- Ideal für die sequentielle Steuerung von Maschinen.
Vorteile der IEC 61131-3 Norm für das Qualitätsmanagement
1. Verbesserte Code-Qualität
Durch die Standardisierung der Programmiermethoden verbessert sich die Lesbarkeit, Wartbarkeit und Wiederverwendbarkeit von Code. Das trägt zur Fehlerreduktion und besseren Qualitätssicherung in der Automatisierungsbranche bei.
2. Herstellerübergreifende Kompatibilität
Software, die nach der IEC 61131-3 Norm programmiert wurde, ist plattfor¿unabhängig. Das erleichtert die Migration zwischen verschiedenen Steuerungssystemen und sorgt für langfristige Investitionssicherheit.
3. Effiziente Entwicklungsprozesse
Dank der einheitlichen Programmiersprachen können Entwicklungszeiten verkürzt und Wiederverwendbarkeit von Code verbessert werden. Dies reduziert Entwicklungskosten und erhöht die Wettbewerbsfähigkeit.
Herausforderungen und Grenzen der IEC 61131-3 Norm
Trotz der vielen Vorteile gibt es auch einige Herausforderungen und Einschränkungen:
1. Eingeschränkte Flexibilität
Obwohl die Norm eine Standardisierung bietet, kann sie in einigen Fällen als zu restriktiv empfunden werden. Entwickler, die sehr individuelle oder innovative Steuerungssysteme entwickeln möchten, können auf Einschränkungen stoßen.
2. Lernkurve für Neueinsteiger
Die verschiedenen Programmiersprachen, insbesondere Strukturierter Text (ST) und Anweisungsliste (AWL), können für Neueinsteiger komplex sein. Eine umfassende Schulung und Erfahrung sind notwendig, um die Vorteile der Norm voll auszuschöpfen.
3. Unterschiedliche Implementierungen durch Hersteller
Obwohl die IEC 61131-3 Norm eine Standardisierung anstrebt, setzen verschiedene Hersteller die Spezifikationen oft leicht unterschiedlich um. Das kann zu Kompatibilitätsproblemen führen, wenn Steuerungsprogramme zwischen verschiedenen Systemen migriert werden sollen.
Fazit: Warum die IEC 61131-3 Norm für Unternehmen wichtig ist
Die IEC 61131-3 Norm spielt eine zentrale Rolle in der industriellen Automatisierung und im Qualitätsmanagement. Sie sorgt für eine effiziente, einheitliche und qualitativ hochwertige Entwicklung von Steuerungssoftware. Unternehmen, die sich an diese Norm halten, profitieren von reduzierten Entwicklungskosten, erhöhter Flexibilität und nachhaltiger Qualitätssicherung.
Die langfristigen Vorteile der IEC 61131-3 Norm überwiegen die Herausforderungen deutlich. Unternehmen, die in der industriellen Automatisierung tätig sind, sollten sich intensiv mit dieser Norm auseinandersetzen, um ihre Prozesse zu optimieren und langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.
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